Rotbuche und Hainbuche unterscheiden

Rotbuche und Hainbuche unterscheiden

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Rotbuche und Hainbuche sind zwei in unseren heimischen Wäldern vorherrschende Gehölze.
Was viele Naturfreunde nicht wissen ist, dass die beiden Baumarten eigentlich nicht näher miteinander verwandt sind.

So zählt die Rotbuche – wie auch die Edelkastanie und Eichen-Arten – zu den Buchengewächsen. Die Hainbuche dagegen ist ein Birkengewächs und und gehört gemeinsam mit Birken-Arten und Haseln zur selben Pflanzenfamilie.

Die Rotbuche prägt nicht nur den Wienerwald mit ihrem freundlichen, ruhigen und überaus stattlichen Aussehen. Ungefähr 10 Prozent des gesamten österreichischen Baumbestandes bestehen aus Rotbuchen! Alleine ihre glatten, grauen Stämme anzusehen ist bei jedem Waldspaziergang ein Vergnügen. Die feinen Buchenkeimlinge im Frühling und die köstlichen Bucheckern im Herbst machen sie auch zu einem interessanten Speiselaubbaum. Hier findet ihr ein feines Rezept mit Buchenkeimlingen.

Die oft weniger beachtete Hainbuche schätzen wir schon aufgrund ihrer unglaublichen Kraft:
Sie trotzt eigentlich allen Widrigkeiten und wurde früher aufgrund der Härte ihres Holzes sogar als Eisenersatz verwendet. Nicht zu vergessen sind ihre köstlichen Kätzchen, die seltsamer Weise bisher kaum Eingang in die Wildpflanzenküche gefunden haben. Wir verarbeiten Hainbuchenkätzchen gerne zu verschiedensten kulinarischen Köstlichkeiten. Auch heilkundlich haben beide Bäume viel zu bieten, so beispielsweise in der Gemmotherapie.

In diesem Beitrag widmen wir uns aber in erster Linie der eindeutigen Unterscheidung und den Erkennungsmerkmalen von Rot- und Hainbuche und hoffen, dass euch unsere Beschreibungen und Fotos in Zukunft bei der eindeutigen Bestimmung helfen:

Rotbuche – Fagus sylvatica
BuchengewächseFagaceae

Hainbuche – Carpinus betulus
BirkengewächseBetulaceae

Wuchshöhe: 35-45 Meter

Blätter: einfach, kurz gestielt,
oberseits glänzend dunkelgrün
Junge Rotbuche behalten im Winter einen Teil ihrer Blätter, die vertrocknet rotbraun gefärbt sind.

Rinde: bis ins hohe Alter glatt und (silber)grau

Knospen:
Knospenstellung: zweizeilig
Aufbau und Form der Knospen: vom Zweig abstehende, auffallend lange, spindelförmige Knospen, am Ende zugespitzt, in der Mitte
am dicksten.
Knospenschuppen: orange- bis rotbraun,
an der Spitze etwas dunkler, fein silbrig behaart,
Deutlich größere Knospenschuppen als bei der Hainbuche.
Blütenknospen: Die Rotbuche beginnt erst mit etwa 30-50 Jahren zu blühen.
Die männlichen Blütenknospen sind meist
am unteren Ende des einjährigen Triebes angeordnet und äußerlich vor der Blüte schwer erkennbar. Die weiblichen Blütenknospen sitzen oft nahe an der Spitze der Zweige und sind etwas dicker als normale Sprossknospen.

Blüten:
Geschlechtigkeit der Blüten:
einhäusig,
aber getrenntgeschlechtlich (= männliche und weibliche Blüten auf derselben Pflanze),
Blüten erscheinen meist kurz vor
oder mit dem Blattaustrieb, windbestäubend
Blütezeit: April-Mai
Männliche Blüten: lang, herabhängende,
gelb-grüne Köpfchen (meist in Büscheln)
Weibliche Blüten: gestielt, kugelig, behaart, sechszipfelige Blütenhülle mit herausragenden, roten Narben

Frucht: Bucheckern: dreikantige Nüsse reifen in einem vier-lappigen, stacheligen Fruchtbecher (Cupula)
Fruchtreife: September-Oktober

Wuchshöhe: 25-30 Meter

Blätter: einfach, kurz gestielt,
oberseits gut sichtbare Blattadern
Junge Hainbuchen behalten im Winter den Großteil ihrer Blätter, die vertrocknet graubraun gefärbt und stärker eingerollt sind als bei der Rotbuche.

Rinde: hell- bis dunkelgrau, glatt,
Stamm im Vergleich zur Rotbuche gedreht,
mit flachen Leisten

Knospen:
Knospenstellung: schraubig (selten zweizeilig)
Aufbau und Form: am Zweig anliegend, kegelförmig, vielschuppig und deutlich kleiner als bei der Rotbuche
Knospenschuppen: braune Schuppen, mit grünem oder braunem Rand, kahl oder nur wenig behaart.
Blütenknospen: Die Hainbuche beginnt mit etwa 10-20 Jahren zu blühen.
Die männlichen Blütenknospen sind seitlich am einjährigen Trieb angeordnet und größer als normale Sprossknospen.
Die weiblichen Blütenknospen sitzen am Ende der Zweige und sind etwas dicker.

Blüten:
Geschlechtigkeit der Blüten:
einhäusig,
aber getrenntgeschlechtig (= männliche und weibliche Blüten auf derselben Pflanze), windbestäubend
Blütezeit: April-Mai
Männliche Blüten: Kätzchen: herabhängende Kätzchen (4-7 cm lang) erscheinen kurz vor dem Blattaustrieb.
Weibliche Blüten: Kätzchen, 2-4 cm lang, hängend

Frucht: einsamige Nussfrüchte reifen in hängenden Fruchtständen, jede Frucht ist von einem dreilappigem Flügel umgeben
Fruchtreife: September-Oktober

Ihr würdet gerne mehr zu Knospen und Kätzchen und ihren Einsatzgebieten erfahren? 
Dann könnten unsere beiden Webinare Knospenkunde: Bäume und Sträucher im Winter und Knospen heilkundlich und kulinarisch nützen interessant für euch sein.

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