Pflanzenkunde

Unverwechselbar – Bärlauch , Herbstzeitlose, Maiglöckchen

Bärlauch erkennen

Ende April ist der Bärlauch vielerorts schon groß, aber noch wunderbar zu sammeln. Gerade jetzt finden wir durchaus manchmal seine beiden giftigen Verwechslungspflanzen, das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose,
in seiner nächsten Nähe.

Während Bärlauch und Herbstzeitlose gerne an feuchten Orten wachsen, schätzt das Maiglöckchen eher trockene Standorte – man kann sich darauf allerdings nicht verlassen!
Häufig findet man Bärlauch und Maiglöckchen einträchtig nebeneinander – ebenso Herbstzeitlose und Bärlauch!

Viele Menschen sammeln aus Angst vor den beiden stark giftigen Verwechslungspflanzen überhaupt keinen Bärlauch, was angesichts des großen Angebots der köstlichen Heilpflanze wirklich schade ist.
Unsere Fotos und Erklärungen sollen bei der eindeutigen Bestimmung helfen:

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Kätzchen aus botanischer Sicht

Kätzchen


Im Spätwinter und Vorfrühling blühen viele einheimische Kätzchenblüher und erfreuen damit unser Auge in der kalten Jahreszeit, doch auch ihre botanischen Besonderheiten verdienen etwas Aufmerksamkeit.

Zu den Kätzchenblühern zählen sowohl Bäume als auch Sträucher. Sie blühen allesamt vor dem Blattaustrieb und werden über den Wind bestäubt. Da in dieser Zeit noch kein Laub vorhanden ist, kann der Wind den Pollen mit Leichtigkeit an benachbarte Bäume weitergeben. Die meisten Kätzchenblüher sind einhäusig (= beide Geschlechtsmerkmale befinden sich auf einer Pflanze), wobei männliche und weibliche Blüten aber aus unterschiedlichen Knospen hervorgehen. Dazu zählen die Birkengewächse, die Buchengewächse und die Walnussgewächse.

Es gibt jedoch auch Pflanzenfamilien, deren Vertreter zweihäusig sind – so etwa die Weidengewächse. Hier kennen wir Arten, deren Individuen ausschließlich männliche oder ausschließlich weibliche Blüten tragen.

Die Bildung von Kätzchenblüten stellt eine blütenökologische Anpassung dar, bei der die sogenannte Schauwirkung für Insekten reduziert wurde. Im Laufe der Evolution sind Kätzchenblüten bei verschiedenen Pflanzenfamilien entstanden, weshalb nicht alle Kätzchenblüher miteinander verwandt sind!

Was versteht man unter dem Begriff „Kätzchen“?

Kätzchen sind prinzipiell hängende, traubige oder ährige Blütenstände. Genauso wie Knospen werden sie schon im Sommer des Vorjahres angelegt.
Meist handelt es sich um sehr auffällige männliche Blütenstände (seltener auch um weibliche Blütenstände). In geschlossenem Zustand sind Kätzchen meist verhärtet, in geöffnetem Zustand fühlen sie sich weich an und hängen schlaff herunter. Daher rührt wohl auch der Name „Kätzchen“.
Die weiblichen Blüten von Kätzchenblühern sind oft sehr klein und fallen meist nur bei genauerem Hinsehen auf.

Besonders auffällig sind die männlichen Kätzchen von Haseln, Birken und Erlen, die früh im Winter erscheinen und schon durch ihre Färbung gut voneinander unterschieden werden können.
So besitzen die Kätzchen der Hasel ein helles Gelbbraun und können bei höheren Temperaturen schon im Jänner aufbrechen. Die rötlich bis violetten Kätzchen von Schwarz- und Grauerle folgen im Februar, während die in höheren Lagen vorkommende Grünerle erst viel später, ab April zu blühen beginnt. Dabei sind ihre grünen Kätzchen eine Augenweide!
All die vorhin genannten Vertreter besitzen auffällige männliche Kätzchen, aber nur unscheinbare weibliche Blüten. Diese wenig auffälligen weiblichen Blüten zeigen sich in unmittelbarer Nähe der männlichen Kätzchen und sind im Falle der Hasel mit kleinen, roten Narbenästen ausgestattet – also doch auch wieder auffällig!

Hainbuche und Hänge-Birke beginnen meist im April zu blühen, wobei die Hainbuche meist die erste ist. Da beide Gehölze sowohl männliche als auch weibliche Kätzchen ausbilden, nehmen sie innerhalb der Birkengewächse eine besondere Stellung ein!

Die männlichen Kätzchen der Eichen-Arten (Buchengewächse) haben im Vergleich zu den Birkengewächsen einen deutlich anderen Aufbau. Sie hängen zwar ebenfalls schlaff herunter, sind aber in der Mitte nur durch einen dünnen, grünen Stiel verbunden. Seitlich vom Stiel sitzen die mit Pollen beladenen Blüten in dichten Knäueln. Die weiblichen Blüten sind für ungeübte Augen nur schwer auszumachen. Sie liegen oft an den Triebspitzen und bilden kleine, ährenartige Blütenstände.

Im Spätwinter beginnen auch viele Weiden-Arten zu blühen. Dabei denkt kaum jemand daran, dass es sich bei unseren heimischen Palmkätzchen (=Salweide) um eine Weiterentwicklung in Richtung Insektenbestäubung handelt: Die weiblichen Blüten enthalten hier nämlich auch schon Nektar, um Blütenbesucher zu belohnen. Die nah verwandten Pappeln, die sich ebenso wie Weiden durch Zweihäusigkeit auszeichnen, sind dagegen durchwegs windbestäubend. Dabei erscheinen die Kätzchen der Zitterpappel immer zuerst.

Mehr Infos zur kulinarischen Nutzung von Kätzchen erfährst du in diesem Blog-Beitrag:

Echter Kerbel – Köstliches Winterkraut

Kerbel


Die Auswahl an frischen, essbaren Wildpflanzen ist im Winter größer als man denkt. Auf ein besonders feines Kraut, nämlich auf den Echten Kerbel (Anthriscus cerefolium), vergessen wir dabei oft.

Vor allem im Osten Österreichs ist der Echte Kerbel häufig in Laubwäldern, Hecken, Gebüschen, Weinbergen und auf Brachen zu finden, ohne, dass er große Beachtung findet.

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Botanisches zur Kerbelrübe (Knolliger Kälberkropf)

Knolliger Kälberkropf

Der Knollige Kälberkropf (Chaerophyllum bulbosum) ist ein heute nur noch wenig beachteter, aber wirklich interessanter Doldenblütler (Apiaceae), der gerne an Feldrändern, Auwäldern, Hecken, Brachflächen und Böschungen wächst.

Wie die Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota) ist er eine zweijährige Pflanze, die im ersten Lebensjahr eine grundständige Blattrosette mit zwei- bis mehrfach gefiederten Laubblättern ausbildet. Im Gegensatz zum Gefleckten Schierling (Conium maculatum) sieht man auf der Oberseite des Blattstieles eine Vertiefung bzw. leichte Einkerbung – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal!

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Gefleckter Schierling

Gefleckter Schierling


Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist wohl der gefürchtetste heimische Doldenblütler. Er ist stark giftig, aber ein eher seltener Anblick, und wird in der Roten Liste zu den gefährdeten Arten gezählt. Wer also einen Gefleckten Schierling zu Gesicht bekommt hat einen wertvollen Fund gemacht. Als Bewohner von Störflächen wächst er gerne entlang von Feldern, Hecken, Weingärten, Straßenböschungen, Bauflächen, Brachflächen und Schotterflächen.

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Das Vielblütige Salomonssiegel

Vielblütiges Salomonssiegel


Das wunderschöne Salomonssiegel ist im Mai und Juni, in höheren Lagen auch noch im Juli, vor allem in feuchten Laub- und Mischwäldern blühend zu bewundern. Um die interessante, leicht giftige Heilpflanze, ranken sich auch viele Geschichten.

Wie das Maiglöckchen (Convallaria majalis) und der Gemüsespargel (Asparagus officinalis) gehört das Vielblütige Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum) zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae).

Die oberirdischen Pflanzenteile dieser mehrjährigen Pflanze sterben im Herbst ab. Die verdickten, unterirdischen Rhizome überwintern im Boden. Bricht man die abgestorbenen Triebe an der Ansatzstelle zum Rhizom ab, so erkennt man an der Abbruchstelle eine ringförmige Struktur.

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Das Wald-Bingelkraut

Bingelkraut


Das Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis) gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Wie das nahe verwandte Einjährige Bingelkraut (Mercurialis annua) besitzt es keinen weißen Milchsaft, was es von allen anderen Vertretern dieser Pflanzenfamilie unterscheidet.

Wir finden die zarte, bis zu 35 cm hohe Pflanze in Laub- und Mischwäldern, am Uferbereich von kleinen Waldbächen, in Waldgräben und an Hängen. Als Rhizompflanze kann das Wald-Bingelkraut durch unterirdische Ausläufer große Bestände bilden.

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Video: Frühlingssalat mit Buchenkeimlingen und Prachtbecherlingen


In diesem Video stellen wir euch Buchenkeimlinge und den Österreichischen Prachtbecherling – einen interessanten Speisepilz – vor. Wir zeigen euch, wie ihr sie im Wald findet, wie ihr sie erkennt und anschließend schmackhaft zubereitet. So könnt ihr euch im Frühling einfach, rasch und köstlich selbst aus dem Wald versorgen!


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Der Wiesen-Kerbel

Doldenblütler


Der Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) zählt im Frühling zu den begehrtesten, wild wachsenden Doldenblütlern. Der einzige Grund, der viele Menschen davon abhält, ihn zu nutzen, ist die Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern.
Verwechslungsmöglichkeiten im Rosettenstadium gibt es vor allem mit der Gemeinen Hundspetersilie (Aethusa cynapium), dem Hecken-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum) und dem Gefleckten Schierling (Conium maculatum).

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Die Schwarz-Erle


Die Schwarz-Erle ist ein Wasserzeiger und wächst gerne an feuchten Orten, entlang von Bächen, Seen, Flüssen und in Auwäldern. Oft wurzelt der bis zu 25 m hohe Laubbaum sogar oft direkt im Wasser.
Dennoch benötigt die Schwarz-Erle viel Licht. Seit Urzeiten bringt man sie deshalb mit Licht und Schatten in Zusammenhang – im übertragenen Sinne sah man sie oft als Lebensspenderin wie auch als Baum, der das Leben nehmen kann. Denken wir nur an die berühmte, düstere Ballade vom „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe – es lohnt sich, sie wieder einmal zu lesen.

Doch nun zu einigen botanischen Details zu diesem wunderschönen Laubbaum, der aus unserer Sicht mehr Aufmerksamkeit genießen sollte:

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