Marillen-Muffins mit Steinklee

Marillen-Muffins mit Steinklee

Steinklee-Muffins

Schwierigkeitsgrad:Normal

Zutaten:

– 150 g Butter
– 250 g Dinkelmehl
– 1 Teelöffel Backpulver
 – 1 Teelöffel Natron
– 2 Eier
– 200 g Crème Fraiche oder Sauerrahm
– 100 g Rohrzucker
– 2 Handvoll Steinkleeblütenstände
– 3 Esslöffel Steinkleeblüten, über Nacht angetrocknet und abgerebelt
– 250 ml Schlagobers
– 5-6 feste Marillen, in kleine Stücke geschnitten

Sommerzeit ist Steinkleezeit – heuer blüht der Steinklee schon seit Wochen, viel früher als sonst. Mit etwas Glück können wir die zarten, gelben Blüten noch bis September ernten. Im Prinzip kann man fast jede Süßspeise mit den aromatischen Blüten geschmacklich verfeinern – wichtig nur: Die Blütenstände müssen über Nacht anwelken, damit das enthaltene Cumarin seinen Duft entfalten kann. Hier ein einfaches Muffin-Rezept, das aber auf jeden Fall Anhänger finden wird. So wird’s gemacht:

Mindestens vier Stunden vor der Zubereitung der Muffins werden zwei Hände Steinkleeblütenstände in kaltes Schlagobers eingelegt, zugedeckt und im Kühlschrank ziehen gelassen. Sind die Blüten lange genug im Obers gelegen, seiht man sie ab und presst sie aus. Nun schlägt man das aromatisierte Obers und stellt es bis zur Fertigstellung der Muffins kühl.

Und nun zu den Muffins:
Das Backrohr wird auf 180° (Heißluft: 160°) vorgeheizt. Man lässt die Butter langsam in einem Topf schmelzen und vermischt Mehl, Natron und Backpulver gut. Nun werden Eier, Sauerrahm, Zucker, flüssige Butter und Steinkleeblüten mit dem Mixer verrührt. Anschließend hebt man die Mehlmischung unter und zuletzt noch die klein geschnittenen Marillen. Die Vertiefungen des Muffin-Blechs werden mit Muffin-Förmchen aus Papier ausgelegt und mit jeweils einem Teelöffel Teig befüllt. Man bäckt die Muffins für etwa 15 Minuten, bis sie goldbraun sind, holt sie noch heiß aus dem Blech und lässt sie auskühlen.

Die Muffins werden gemeinsam mit dem aromatisierten Obers serviert. Hat man etwas mehr Geduld, kann man die Muffins damit hübsch verzieren.

Sommerliches Blüten-Fingerfood

Taglilien

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

– 8 Taglilienblüten
– 8 Kapuzinerkresseblüten
– 8 Glockenblumenblüten
– 80 g Ricotta
– 40 g geriebenen Appenzeller
– 1 Handvoll  frische, fein gehackte Kräuter, hier: Dost, Schnittlauch, Kleiner Wiesenknopf, Kapuzinerkresseblätter
– Salz, Pfeffer
– 2 Esslöffel geriebene Mandeln

Dass Taglilien- und Kapuzinerkresseblüten essbar sind, hat sich schon herumgesprochen. Glockenblumen sind vielleicht als essbare Blüten nicht so bekannt – das mag daran liegen, dass sie geschmacklich etwas neutral sind, dafür aber wunderschön. Taglilien- und Kapuzinerkresseblüten sind dagegen zarte, aromatische Delikatessen. Falls ihr all diese Blüten im Garten hat oder vielleicht in Nachbars Garten … dann könnt ihr rasch einmal dieses einfache, hübsche, sommerliche Fingerfood zubereiten. Gäste werden es euch jeden Fall danken!

Zuerst werden die geriebenen Mandeln langsam und ohne Zugabe von Fett angeröstet, bis sie duften. Anschließend vermischt man Ricotta, geriebenen Appenzeller, geröstete, geriebene Mandeln, Kräuter, Salz und Pfeffer zu einer würzigen Creme. Erst jetzt sollte man in den Garten gehen und die Taglilien pflücken, da die wunderschöne, köstliche Pracht rasch verwelkt. Kapuzinerkresseblüten halten sich viel länger frisch, aber auch die Glockenblumen lassen schnell die Köpfchen hängen.

Also rasch die Blüten pflücken, aus den Taglilien die Staubblätter vorsichtig herausschneiden, und die Füllung in einen Spritzsack füllen. Nun setzt man in die erste Taglilienblüte einen größeren Tupfer der Füllung und setzt die Kapuzinerkresseblüte darauf. Auch in diese Blüte setzt man einen Tupfer der Fülle und krönt den kleinen Appetizer mit einer Glockenblumenblüte.
Dieses wunderschöne Fingerfood ist die perfekte, essbare Dekoration zu sommerlichen Menüs, kalten Platten oder einfach so zu Brot und Wein. Viel Spaß damit!

Lindenblüten-Rhabarber-Dessert

Wildkräuterkulinarik

Schwierigkeitsgrad: Normal

Zutaten:

– 400 g Kokosmilch
– 70 g Wasser
– 120 g Milchreis
– 1 Prise Salz
– 1-2 Esslöffel Dattel- oder Ahornsirup
– 2 Handvoll frisch aufgeblühte Lindenblüten (einzeln abgezupft)
– 500 g Rhabarber
– 50 g Rohrzucker
– ½ Teelöffel Johannisbrotkernmehl

Lindenblüten sind uns allen in Teeform bekannt – selbst nicht Kräuterkundige wissen, dass man Lindenblütentee trinken sollte, wenn man an fiebrigen Erkältungskrankheiten leidet, weil er dabei hilft, die Krankheit “herauszuschwitzen”. Lindenblüten enthalten Schleimstoffe, die bei Husten und Erkältungen lindernd wirken können. Weitere Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe sind für eine reizlindernde, beruhigende und schmerzlindernde Wirkung verantwortlich. Auch kulinarisch sollte man Lindenblüten mehr Beachtung schenken, ihr feines Aroma verleiht Speisen und Getränke einen ganz besonderen Geschmack.

Ich habe diesmal mit einigen meiner Lieblingslebensmittel (Reis, Kokosmilch, Rhabarber) einfach ein veganes Lindenblüten-Dessert ausprobiert – oft werde ich dafür kritisiert, dass ich zu wenig vegan koche. Also bitte, hier endlich wieder einmal ein veganes Gericht, dass hoffentlich Freude bereitet. Mit schmeckt es!

300 g Kokosmilch und Wasser werden mit der Prise Salz zum Kochen gebracht, der Milchreis eingestreut und ca. 20 Minuten lang zugedeckt und unter häufigem Umrühren leicht gekocht. Danach nimmt man den Milchreis vom Herd und lässt ihn zugedeckt noch 10 Minuten nachziehen. Ahorn- oder Dattelsirup werden eingerührt, anschließend lässt man die Creme auskühlen. In der Zwischenzeit wärmt man den Rest der Kokosmilch gemeinsam mit den Lindenblüten an, ohne sie aufzukochen und lässt die Mischung bei geschlossenem Deckel ca. 1 Stunde ziehen – anschließend rührt man sie in den ausgekühlten Milchreis.

Der Rhabarber wird geschält, in ca. 2 cm große Stücke geschnitten, mit dem Zucker vermischt und für etwa 15 Minuten ziehen gelassen. Anschließend kocht man den Rhabarber für ca. 10 Minuten, bis er  weich ist, püriert ihn und rührt das Johannisbrotkernmehl zügig unter.

Beide ausgekühlte Cremes füllt man in Schichten in Gläser und dekoriert sie mit frischen Lindenblüten. Der Duft der Lindenblüten macht sich gut mit dem säuerlichen Rhabarber  – ein wunderbares, erfrischendes Sommer-Dessert!

Wildkirsche-Steinklee-Marmelade

Steinklee-Kirsch Marmelade

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

– 1 kg Wildkirschen (oder andere Kirschen)
– 500 g Gelierzucker 2:1
– 2 Esslöffel Kirschwasser oder Wodka
– 3-4 Esslöffel Steinklee (ca. 24 Stunden angetrocknet)

Die duftenden Blüten des Steinklees eignen sich bestens zum Aromatisieren von Speisen und Getränken. Unter anderem verleiht der Steinklee Marmeladen das gewisse Etwas. Vor allem pikante Früchte wie Kirschen, Marillen oder Johannisbeeren passen gut zum süßen Duft dieser Pflanze.

Als erstes müssen die Kirschen entkernt werden, was angesichts der Tatsache, dass sie gerne wurmig sind, ein etwas langwieriges Unterfangen sein kann. Die einzelnen Steinkleeblüten werden von den Rispen gestreift – das geht ganz rasch. Die entsteinten Kirschen werden mit dem Gelierzucker vermischt und die Mischung anschließend 5 bis 10 Minuten lang eingekocht. Kurz vor dem Ende der Kochzeit fügt man Wodka oder Kirschwasser und die Steinkleeblüten bei. Je nach Geschmack kann man etwas mehr oder weniger Blüten nehmen. Zuletzt püriert man die Marmelade und füllt sie in saubere, verschließbare Gläser.

Der Echte Steinklee, der jetzt im Juni häufig an sonnigen Wegrändern wunderschön gelb blüht, enthält neben Flavonoiden, Gerbstoffen, Schleimstoffen und Calcium unter anderem Cumarin. Das Cumarin ist für den intensiven Duft der Pflanze verantwortlich, der sich aber erst nach einer Zeit des Anwelkens so richtig entfaltet. Man sollte Steinklee mindestens 24 Stunden anwelken lassen, gerne aber auch etwas länger. Zum Aromatisieren von Speisen verwendet man ausschließlich die Blüten. In der Volksheilkunde wird die Pflanze verwendet, um Wundheilungsprozesse und die Lymphtätigkeit anzuregen. Auch äußerliche Umschläge bei Prellungen oder Blutergüssen sind einen Versuch wert. Wenn man blutverdünnende Mittel einnimmt, sollte man die Pflanze nicht zu sich nehmen!

Eingelegte Bärlauchsamen

Bärlauchsamen

Schwierigkeitsgrad: Sehr simpel

Zutaten:

– 1 Schüssel Bärlauchsamen
– 1/4 l Olivenöl

Jetzt noch rasch unreife Bärlauchsamen ernten – zumindest der Wienerwald ist voll davon! Heute gibt es nicht einmal ein Rezept: Man muss die Samen nur sammeln, säubern, von den Blütenständen abknipsen und in Olivenöl einlegen! Das ist so einfach, dass man nicht kochen können muss. Es verlangt einem allerdings einige Stunden Arbeit ab, wenn man eine größere Menge Vorrat anlegen möchte. Doch es zahlt sich aus, und man kann die Bärlauch-Saison noch etwas weiter verlängern.

Unreife, grüne Bärlauchsamen schmecken intensiv nach Knoblauch und passen gut in Saucen, Pestos, Butter, Aufstriche oder Brot. In Olivenöl eingelegt können sie monatelang aufbewahrt werden – auch das Öl schmeckt dann natürlich herrlich! Trocknet man die Samen, so werden sie schwarz und können wie nach Knoblauch schmeckender Pfeffer verwendet werden. Ich mag sie lieber in unreifem Zustand, weil sie dann leichter zu verarbeiten sind.

Es zahlt sich sowohl kulinarisch als auch gesundheitlich aus, sich Bärlauch auch auf diese Weise regelmäßig zu gönnen. Eingelegte Bärlauchsamen sind im Übrigen auch ein nettes Mitbringsel, das eben nicht jeder mitbringt.

Penne à la Schafgarbe

Penne_Schafgarbe

Schwierigkeitsgrad: Normal

Zutaten (4 Personen)

  • 400 g Penne
  • 10 große Schafgarbenblütenstände
  • ca. 30-40 junge Schafgarbenblätter
  • 10-15 große Kapuzinerkresseblätter (ersatzweise 15 Rucolablätter)
  • 4 große Frühlingszwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • ½ kleine rote Chili
  • ½ Teel Honig
  • Olivenöl
  • ¼ l Gemüsesuppe
  • ⅛ l Cafeobers (bei veganer Zubereitung durch mehr Gemüsesuppe und Olivenöl ersetzen)
  • 100 g Parmesan, gerieben
  • Salz, Pfeffer

Die Penne werden in kochendem Salzwasser al dente gekocht und währenddessen die einzelnen Schafgarbenblütenköpfchen von den Blütenständen gelöst (die Stängel werden nicht verwendet, sie sind zu zäh). Anschließend hackt man die Blüten, Schafgarben- und Kapuzinerkresseblätter fein, ebenso die Frühlingszwiebeln, den Knoblauch und die Chilischote. Schließlich werden die gehackten Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Chili in 2 El heißem Olivenöl angebraten, nach einer Minute die gehackten Kräuter beigefügt, alles kurz durchgeröstet und mit Gemüsesuppe aufgegossen. Die Sauce darf nun 5 bis 10 Minuten kochen, währenddessen fügt man 2 El vom geriebenen Parmesan hinzu, den man noch zwei Minuten mitkochen lässt. Zuletzt verfeinert man die Sauce mit Cafeobers und Honig, schmeckt sie mit Salz und Pfeffer ab und püriert ca. ⅓ davon. Pürierter und nicht pürierter Teil werden wieder vermischt und die Sauce mit den Penne und dem Parmesan angerichtet. Möchte man die Sauce vegan zubereiten, lässt man Parmesan und Cafeobers weg und erhöht den Olivenölanteil.

Gerichte mit Schafgarbenblüten sind in jedem Fall etwas für Fans von bitteren Speisen – die Blüten haben es aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe geschmacklich durchaus in sich. In Kombination mit anderen Pflanzen verwendet sind sie meiner Ansicht nach eine Delikatesse.

Die Schafgarbe ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen überhaupt, die Liste der Leiden, gegen die sie eingesetzt wird, ist lang. Unter anderem wird sie bei unterschiedlichen Frauenleiden und Magen-, Gallen- oder Nierenproblemen verwendet. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Tätigkeit verschiedener innerer Organe an, fördern die Verdauung und wirken krampflösend und entzündungshemmend. Schafgarbe immer wieder in Speisen einzubauen ist auf jeden Fall ein sehr gesundes Vergnügen!

Holunderblütenmousse mit süßem Pesto aus Melisse und Dost

Holundermousse

Schwierigkeitsgrad: Normal

Zutaten Holunderblütenmousse:

  • 125 ml Schlagobers
  • 50 g Mascarpone
  • 125 g Joghurt
  • 100 ml Holunderblütensirup
  • 1 Handvoll einzelne Holunderblüten
  • etwas Zitronenschale
  • 1 Teel Zitronensaft
  • 4 Blatt Gelatine

Zutaten süßes Pesto mit Melisse und Dost: 

  • 1 Bund Zitronenmelisse (ca. 15 Triebe)
  • 5 Stängel Dost
  • 1 Teel Zitronensaft
  • 2-3 El Pistazien, ungesalzen und geschält
  • 2 El Olivenöl
  • 1 El Zucker
  • 100 ml Holundersirup

Für das Mousse Joghurt, Mascarpone, Zitronensaft und Zitronenschale mit dem Schneebesen vermischen, bis eine feine Creme entsteht. Anschließend das Obers fest schlagen und die Gelatine für ca. 3 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Danach die Gelatine aus dem Wasser nehmen und in der Hälfte des Holunderblütensirups am Herd bei mäßiger Hitze auflösen. Ist die Gelatine völlig aufgelöst, nimmt man sie vom Herd und mischt zügig einen Esslöffel der Joghurtmischung dazu, danach rührt man die Masse rasch in die restliche Joghurtmischung. Anschließend werden der restliche Sirup, die Holunderblüten und das Obers untergehoben, das Mousse in eine verschließbare Form gefüllt und für mindestens vier Stunden in den Kühlschrank gestellt.

Für das Pesto die Blätter von Zitronenmelisse und Dost von den Stängeln befreien und für etwa drei Minuten in ½ l Wasser blanchieren. Anschließend in eiskaltem Wasser abschrecken und gemeinsam mit allen anderen Zutaten fein pürieren (Pürierstab), je nach Geschmack nachwürzen. Dieses süße Pesto kann auch mit Gundelrebe, Wiesensalbeiblättern oder Minze in verschiedenen Mischungen hergestellt werden. Es passt wunderbar zu verschiedenen süßen Speisen und schmeckt einfach toll.