Kulinarik

Frühlingsrollen von der Kohldistel

Kohldisteln sind wunderschöne, stattliche Pflanzen, die wir zuweilen sehr gehäuft in unserer nächsten Umgebung antreffen. Für diejenigen, die sich kulinarisch öfter an Wildpflanzen versuchen, sind Kohldisteln vielleicht keine Unbekannten. Sucht man nach Rezepten, so wird man durchaus hier und da fündig. In Italien isst man zum Beispiel Minestrone mit Kohldistelblättern, auch manche Haubenköche haben diese vielfältig nutzbare Distel ins Programm aufgenommen.
Wir haben unterschiedlichstes Rezepte mit allen Pflanzenteilen der Kohldistel probiert. Am besten haben die „Kohldistelknospen süß-sauer“ und die von uns kreierten Frühlingsrollen geschmeckt. In unseren knusprigen Röllchen verpacken wir die aromatischen Wurzeln in den großen, wohlschmeckenden, grünen Blättern. Uns hat es sehr geschmeckt, und wir haben diese schmackhafte Distel-Art in unseren Speiseplan aufgenommen!

Zutaten für 2 Personen:

12 schöne, größere Kohldistelblätter
1 Msp. Natron
2 Handvoll zarte Kohldistelwurzeln, gesäubert
eine Schüssel mit 1 l Wasser und dem Saft einer halben Zitrone
1 kleine Zwiebel
1/2 Stange Stangensellerie, fein gehackt
1 Zehe Knoblauch
1 cm Ingwerwurzel
200 g Couscous
200 ml Wasser
3 Esslöffel Olivenöl
Rapsöl zum Braten
1 Esslöffel Sesam
1 rohes Ei
Salz

In einem größeren Topf werden 2 l Wasser mit dem Natron zum Kochen gebracht und darin die Kohldistelblätter für ca. 1 Minute blanchiert. Die Kochzeit muss sehr kurz sein, sonst zerfallen die Blätter! Die Blätter werden eiskalt abgeschreckt und vorsichtig nebeneinander auf Küchenrolle ausgebreitet.
Die Kohldistelwurzeln werden in ca. 5 mm große Stücke geschnitten und in die Schüssel mit dem Zitronenwasser gelegt.
Anschließend werden Zwiebel, Knoblauch, Ingwerwurzel und Stangensellerie fein gehackt. Nun erhitzt man eine große Pfanne, gibt zwei bis drei Esslöffel Rapsöl hinein und brät die Kohldistelwurzeln, Zwiebel, Knoblauch, Ingwerwurzel und Stangensellerie für zwei bis drei Minuten knackig an.

Für das Couscous bringt man 500 ml Wasser mit dem Olivenöl und einem Teelöffel Salz zum Kochen. Sobald das Wasser kocht, streut man das Couscous ein und nimmt den Topf vom Herd. Das Couscous lässt man bei geschlossenem Deckel für einige Minuten quellen. Das fertige Couscous vermischt man nun mit dem gebratenen Gemüse. Der Mischung fügt man zum Binden zwei rohe Eier bei und rührt sie gut durch. Nun legt man immer zwei Kohldistelblätter nebeneinander, füllt sie mit ca. 1 Esslöffel der Fülle und rollt sie behutsam ein. Die grünen Rollen brät man in der heißen Pfanne in Rapsöl (bodenbedeckt), bestreut sie währenddessen mit Sesam.
Die grünen Frühlingsrollen können auf Spinat aus Kohldistelblättern serviert werden.

Engelwurz-Aperitif – mit Engelwurz-Sirup und kandierter Engelwurz

In letzter Zeit haben wir uns der Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) näher gewidmet und Vieles ausprobiert. Alle kulinarischen Versuche schmecken einfach großartig und ganz speziell.
Seltsamerweise kochen wir hierzulande selten mit Engelwurz. Zumindest die Wald-Engelwurz finden wir bei uns recht häufig – von den Alpen bis in den Wienerwald. In Nordeuropa und Großbritannien haben Gerichte und Getränke mit Engelwurz (dort ist es meist die Echte Engelwurz – Angelica archangelica) eine viel größere Tradition.
Wir stellen euch fürs Erste unseren neuen Lieblings-Aperitif vor – weil er einfach zuzubereiten ist und einfach sensationell schmeckt. Quasi einzigartig!

Hier das Rezept für den Aperitif:

Schwierigkeitsgrad: Simpel

– 2 Flaschen Sekt
– ½ l Engelwurz-Sirup
– pro Glas 1 Stängel kandierte Engelwurz

Jedes Glas zu einem Viertel mit gekühltem Engelwurz-Sirup füllen und mit dem ebenfalls gekühlten Sekt aufgießen. Mit jeweils einem Stängel kandierter Engelwurz garnieren.

Engelwurz-Sirup:

– 1 l Wasser
– 600 g Rohrzucker
– ca. 150 g Stängel, Blüten und Blätter der Echten Engelwurz oder der Wald Engelwurz, in kleine Stücke geschnitten
– 3 Bio-Zitronen
– 3 cm Ingwerwurzel, in feine Scheiben geschnitten
– 6 Kardamom-Kapseln, im Mörser zerstoßen

Für den Sirup werden die Zitronen gewaschen, die Schale fein abgeschält, die Zitronen werden anschließend ausgepresst. Danach kocht man das Wasser mit dem Rohrzucker und mit allen weiteren Zutaten auf und lässt die Mischung zugedeckt für etwa 20 Minuten kochen. Anschließend nimmt man den Saft vom Herd und lässt ihn am besten über Nacht verschlossen ziehen (auch länger). Dann seiht man die Flüssigkeit ab, presst die Zutaten durch ein feines Tuch in den Saft und kocht die Flüssigkeit nochmal auf. Zuletzt in saubere Flaschen füllen und kühl und dunkel lagern.

Kandierte Engelwurz:
– 1 l Wasser
– 400 g Zucker
– ca. 150 g frische, zarte Stängel der Echten Engelwurz oder der Wald Engelwurz, dickere Stängel werden halbiert und von groben Fasern befreit

Wasser und Zucker werden gemeinsam aufgekocht. Sobald sich der Zucker aufgelöst hat legt man die Engelwurz-Stängel in die leicht wallende Mischung und lässt sie für 20 Minuten zugedeckt leicht kochen. Anschießend seiht man sie ab und lässt sie kurz abtropfen. Die Stängel müssen noch nass sein, sollen aber nicht triefen! Anschließend wälzt oder bestreut man sie mit Feinkristall- oder Backzucker und legt sie nebeneinander auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech auf. Man trocknet die Stängel für ca. 10 Stunden bei ca. 40 °C im Backrohr. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann steckt man am besten einen Kochlöffel in die Backofentür. Die kandierten Engelwurz-Stängel halten monatelang, wenn sie gut getrocknet sind.

Portulak-Kapuzinerkresse-Tartare mit Melone

Portulak-Pesto

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

– 20 Stängel frischer Portulak
– 3 Scheiben Zuckermelone
– 1/2 Salatgurke
– 4 Radieschen
– 1 Salatschüssel Kapuzinerkresseblätter und
  -stängel
– 1 Esslöffel frisch geriebener Kren
– 10 Esslöffel Olivenöl
– 10 Esslöffel Wasser
– Salz
– Pfeffer
– 1/2 Teelöffel Honig
– evtl. einige Spritzer Zitrone
– einige Kapuzinerkresseblüten

Der Sommer-Portulak (Portulaca oleracea) wird schon seit der Antike heilkundig und kulinarisch genutzt. Seine dickfleischigen Blätter enthalten besonders viel Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren. Darüber hinaus sind unter anderem wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Aufgrund des erfrischend salzartigen Geschmacks eignet sich der Sommer-Portulak als wertvolle Beigabe in Salaten, Pestos, Smoothies und Frischkäsezubereitungen.
In der Volksmedizin wird die Pflanze vorwiegend im frischen Zustand genutzt. Dem Presssaft aus den Laubblättern wird eine blutreinigende Wirkung zugeschrieben. Bei Erkrankungen des Verdauungstraktes und gegen Zahnausfall soll der Sommer-Portulak besondere Kräfte entfalten. Wir haben den Sommer-Portulak zu einem Tartare verarbeitet, das besonders an heißen Tagen köstlich schmeckt.

Für das Tartare werden Portulak, Zuckermelone, Gurke und Radieschen so klein wie möglich gehackt. Die Kapuzinerkresseblätter und -stängel werden nur grob geschnitten und gemeinsam mit Olivenöl, Wasser, Salz, Pfeffer, geriebenem Kren und Honig püriert. Die entstandene, feine grüne Creme kann noch mit Zitronensaft abgeschmeckt werden.
Das Tartare serviert man am besten in kleinen Gläsern, Kapuzinerkresseblüten sind eine wunderschöne, essbare Dekoration. Mehr braucht es an heißen Sommertagen nicht, außer vielleicht einem kühlen Glas trockenen Weißwein! Guten Appetit und zum Wohl!

Kleiner Wiesenknopf mit Gurke – der Sommerdrink

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

– 20 Stängel frischer Kleiner Wiesenknopf
– 1 Flasche trockener, leichter Weißwein
– ca. ein Drittel einer Salatgurke, in feine    
  Streifen geschnitten
– ⅛ l Wildkräutersirup 
  (Waldmeister-, Holunder- oder Melissensirup)
– kohlensäurehaltiges Mineral- oder
  Sodawasser
– Eiswürfel

Der kleine Wiesenknopf ist zwar ein bekanntes Wildkraut, wird aber kulinarisch weniger wahrgenommen als andere Pflanzen – und das ist schade! Der frische Gurkengeschmack der attraktiven Pflanze erfreut uns fast das ganze Jahr über. Sogar im Winter findet man oft grüne Blattrosetten auf der Wiese. Frisch oder gekocht passt der Kleine Wiesenknopf in viele Speisen und Getränke, wie zum Beispiel in diesen erfrischenden Sommerdrink:

Am Vorabend werden die frischen Stängel vom Kleinen Wiesenknopf samt den Gurkenstreifen in den Wein gelegt und über Nacht verschlossen gekühlt. Am nächsten Tag vor dem Servieren füllt man Sektgläser mit dem aromatisierten Wein und fügt einen Schuss Wildkräutersirup, Mineral- oder Sodawasser und Eiswürfel bei. Der Aperitif wird mit einem schmalen Gurkenstreifen und frischem Wiesenknopf garniert.

Einkorn-Waldstaudenroggen-Brot mit Spitzwegerich

Schwierigkeitsgrad:Normal

Zutaten:

– 280 g Einkorn-Vollmehl
– 220 g Waldstaudenroggen-Vollmehl
– 100 g Roggensauerteig
– 20 g frische Germ
– 1 Esslöffel Brotgewürz
– 1 Teelöffel Salz
– 1 Teelöffel Honig
– 2 Esslöffel frischer, gehackter Spitzwegerich
– 330 ml lauwarmes Wasser
– Dekoration: ca. 15 schöne, frische Blätter vom Spitz- oder Mittleren Wegerich in verschiedenen Größen,
auch Blätter vom Kleinen Wiesenknopf eignen sich

Mein neues Lieblingsbrot ist rasch gemacht: Einfach alle Zutaten der Reihe nach vermischen und ca. vier Minuten lang mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät auf kleiner Stufe durchkneten. Anschließend lässt man den Teig für 45 Minuten zugedeckt „gehen“.
Danach wird der Teig auf ein leicht bemehltes Nudelbrett gestürzt und nochmal mit den Händen kurz durchgeknetet. Anschließend formt man ihn zu einem runden Laib und lässt ihn, zugedeckt mit einem Geschirrtuch, noch einmal für etwa 30 Minuten ruhen und aufgehen. Zuletzt, vor dem Einschieben in den Ofen, dekoriert man das Brot mit Spitzwegerichblättern.
Man bäckt das Brot bei 230°C vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze) und bei fallender Temperatur (bis 180°C) für ca. 45 Minuten. Vor dem Einschieben des Brotes ein Gefäß mit kochendem Wasser ins Backrohr stellen.

Dekoration:
Während der Teig geht, können die Wegerichblätter für die Dekoration vorbereitet werden.
Dazu bringt man in einem kleinen Topf ca. 1,5, l Wasser zum Kochen und blanchiert die Blätter für ca. 2. Minuten. Anschließend schreckt man sie eiskalt ab und legt jedes einzeln, schön glatt gestrichen, auf ein Geschirrtuch.
Ist der Brotteig auf dem Backblech für 30 Minuten aufgegangen, befeuchtet man die Hände leicht mit lauwarmem Wasser und streicht damit den Teig ein.
Nun legt man mit den blanchierten Wegerich-Blättern ein Muster auf den Brotlaib und drückt jedes Blatt leicht an. Man kann die Blätter auf dem Brot noch einmal dünn mit Wasser bepinseln. Anschließend schiebt man das Brot in den Ofen und bäckt es wie beschrieben.
Nach 10 Minuten Backzeit sollte man einmal nachsehen und eventuell Blattteile, die sich vom Brot abheben, wieder in den Teig drücken. Während der Backzeit sollte man das Brot ab und zu mit Wasser besprühen (Blumensprüh-Flasche).
Das Brot ist fertig gebacken, wenn es an der Unterseite hohl klingt, sobald man darauf klopft!

Das Ergebnis dieses ganz einfach zu backenden Brotes kann sich normalerweise sehen lassen – mein neues Lieblings-Mitbringsel!

Halloumi-Päckchen auf Wildem Hopfen

Halloumi Hopfensprossen

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

– eine Salatschüssel junge Sprossen vom Wilden Hopfen, ca. 15 bis 20 cm lang
– 1 Packung Halloumi
– 1 Teelöffel Butter
– 2 Esslöffel Olivenöl
– Salz, Pfeffer
– 1 Teelöffel Zitronensaft
– 1 Prise Zucker
– 1 Prise Chili oder Jalapeno-Salz

Der Mai ist der Monat des Wilden Hopfens, der sich jetzt an Zäunen und Hecken hochwindet. Man findet den Hopfen an Waldrändern, in lichten Misch- und Auwäldern, auf Böschungen und in Weingärten. Nur wenige Wochen können wir die frischen, jungen Triebspitzen kulinarisch nützen, daher sollten wir das jetzt auch tun. Der Wilde Hopfen ist ein großartiger “Ersatzspargel” und kann vielseitig verarbeitet werden. Hier ein nettes kleines, rasches Rezept für zwischendurch:

Etwa 2 l Wasser werden mit je einer Prise Salz und Zucker sowie einem Teelöffel Zitronensaft zum Kochen gebracht. Nun legt man die gewaschenen Hopfensprossen ein und lässt sie 2 bis 3 Minuten leicht kochen. Vor dem Abseihen kosten, ob die Konsistenz passt – Hopfensprossen sind meist sehr rasch weich. Sind die Sprossen knackig bis weich, seiht man sie ab und schreckt sie mit eiskaltem Wasser ab, damit die grüne Farbe erhalten bleibt. Die abgetropften Sprossen schwenkt man in der zerlassenen Butter und würzt sie mit Salz und Pfeffer.
In der Zwischenzeit wird der Halloumi in ca. 5 mm dicke Scheiben geschnitten, die Scheiben anschließend im heißen Olivenöl für einige Minuten knusprig gebraten.
Die gebratenen Halloumi-Scheiben leicht überkühlen lassen und mit jeweils einer Hopfensprosse zu einem Päckchen verschnüren. Auf einem Beet aus Hopfensprossen anrichten und mit Chili oder Jalapeno-Salz bestreuen, dazu Fächerkartoffeln aus dem Backrohr oder frisches Brot servieren – eine schöne Zwischenmahlzeit, die es nur in den nächsten Wochen zu genießen gibt!

Buchenkeimlings-Antipasti

Schwierigkeitsgrad:Simpel

Zutaten:

– 1 mittelgroße Schüssel junge   Buchenkeimlinge, je jünger, desto zarter
– 500 ml Wasser
– 200 ml Balsamico-Essig
– 1 Esslöffel Honig
– Pfeffer, frisch gemahlen

Marinade:

– 4 Esslöffel Olivenöl
– 2 Esslöffel Balsamico-Essig
– 1 Esslöffel Feigenmarmelade

Buchenkeimlinge gehören zu den feinsten unter den Keimlingen. Fast niemand denkt allerdings daran, dass man sie auch essen könnte. Nicht jedes Jahr gibt es viele Keimlinge, aber heuer ist der Waldboden voll davon, und wir können getrost einige davon sammeln. Ich habe sie nun einmal als Antipasti probiert – und bin erfreut :)! Auch roh sind Buchenkeimlinge übrigens ein Genuss!

Die jungen, frischen Keimlinge werden gewaschen und von der Wurzel befreit. Anschließend werden Wasser, Balsamico-Essig, Honig und Pfeffer aufgekocht und die Keimlinge der leicht köchelnden Mischung beigefügt. Die Buchenkeimlinge werden nur für eine Minute darin blanchiert, dann mit einem Sieb herausgehoben und auskühlen gelassen.

In der Zwischenzeit rührt man die Marinade aus Balsamico-Essig, Olivenöl und Feigenmarmelade an und richtet die ausgekühlten Keimlingen damit an. Buchenkeimlings-Antipasti passen wunderbar zu Käse, geröstetem Brot und einem Glas Wein … guten Appetit!

Rahmsuppe mit Knusperkätzchen

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

– 1 l Wasser
– 4 Esslöffel Sauerrahm
– 3 Teelöffel Weizenmehl (Universal)
– 100 ml Schlagobers
– 1-2 Teelöffel Kümmel
– 1 Esslöffel gehackte, frische Knospen von Birke, Hasel oder Linde
– Heller Balsamico- oder Weißweinessig nach Geschmack
– Salz
– 2 Esslöffel Rapsöl
– 2 Handvoll möglichst geschlossene Birken-, Erlen- oder Haselkätzchen
– 2 Esslöffel Haselnüsse
– 2 Esslöffel Haferflocken
– 1 Teelöffel Honig
– ½ Teelöffel Meersalz
– Chili oder Pfefferoni nach Geschmack

Rahmsuppe wird bei uns zu Hause “Stosuppe” genannt und war immer ein Fastenessen an hohen Feiertagen – bevor man richtig gut essen durfte, wie etwa am 24. Dezember zu Mittag oder am Karsamstag. Auch zwischendurch gab es die Suppe oft, der man nachsagte, das sie “einen guten Magen” macht, was auch stimmt. Liest man die Zutaten durch, so fragt man sich, ob diese Suppe wirklich schmecken kann. Sie tut es! Noch immer bin ich ein großer Stosuppen-Fan und kann auch andere oft dafür begeistern.
Statt des bei uns zu Hause üblichen Eierkuchens habe ich einmal eine Variante mit Knospen und knusprigen Kätzchen probiert – gesund, geschmacklich interessant, mal was anderes.

Zunächst wird das Wasser mit Salz zum Kochen gebracht, anschließend werden Sauerrahm und Mehl gut vermischt und mit etwa einem Achtel Liter des kochenden Wassers verrührt. Die möglichst klümpchenfreie Mischung wird nun mit dem Schneebesen in das kochende Salzwasser gerührt und etwa 10 Minuten lang leicht eingekocht. Während des Kochens fügt man den Kümmel bei. Zuletzt kommt das Obers in die Suppe, rundet den Geschmack mit einem Schuss Essig ab und fügt die gehackten Knospen bei.

Während die Suppe kocht, werden die Kätzchen in ca. 3 mm dicke Stücke gehackt, auch die Haselnüsse werden grob gehackt. Anschließend röstet man Knospen und Nüsse gemeinsam mit den Haferflocken, mit Meersalz und Chili oder Pfefferoni im heißen Rapsöl knusprig. Die Pfanne sollte gut vorgeheizt sein. Zuletzt fügt man den Honig bei, röstet die Mischung noch einmal kurz durch und lässt sie auskühlen.
Die Knusperkätzchen werden über die Suppe gestreut serviert.

Kiefern-Cookies

Kieferkekse

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

– 300 g Dinkelkuchenmehl
– 175 g weiche Butter
– 150 g Rohrzucker
– 2 Eier
– ½ Teelöffel Natron
– ½ Teelöffel Salz
– 1 Messerspitze Vanille
– 4 Esslöffel frische, fein gehackte Kiefernnadeln

Während der letzten Jahre habe ich im Winter regelmäßig meine Fichten für diverse Speisen und Getränke um einige Zweiglein erleichtert. Nun war es einmal Zeit, ein Kiefern-Experiment zu machen. Nach einem überaus feinen Kiefernnadel-Sirup – den ich beim nächsten Mal vorstellen werde – waren nun Kiefern-Cookies an der Reihe. Ich wurde nicht enttäuscht. Die gleichzeitig knusprigen und weichen Kekse schmecken dezent nach Wald und sind das Experiment wert.
Man kann übrigens so ziemlich alle naturbelassenen Kiefern bzw. auch Latschen essen. Am besten kostet man vorab einige Nadeln: Manche Kiefern schmecken sehr aromatisch, andere etwas weniger. Gesund und belebend sind sie alle – im Winter enthalten sie besonders viel Vitamin C. Ganz wichtig allerdings: Nicht mit den giftigen Eiben verwechseln!!!

Hier geht’s zum Rezept:

Mehl, Natron und Salz werden in eine Schüssel gesiebt und gut vermischt. In einer weiteren Rührschüssel werden nun Butter, Rohrzucker und Vanille für ca. 5 Minuten schaumig geschlagen. Die beiden Eier schlägt man nacheinander in die schaumige Masse. Anschließend hebt man drei Esslöffel der gehackten Kiefernnadeln und die Mehlmischung unter.

Nun sticht man mit einem Teelöffel kleine Kugeln aus, die man rund rollt und im Abstand von etwa 6 cm nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzt. Drückt man die Kugeln etwas flach, werden die Cookies breiter und flacher. Auf jedes Keks streut man noch einige gehackte Kiefernnadeln – das sieht hübsch aus und verstärkt den Kiefernnadel-Geschmack. Nun werden unsere Waldkekse im auf 180 °C vorgeheizten Backofen für ca. 10 – 12 Min. goldbraun gebacken. Die Cookies sind von Beginn an weich und sind ein wunderbares Teegebäck.

Grüne Mini-Pizze aus Vogelmiereteig

Grüne Pizza

Schwierigkeitsgrad:Normal

Zutaten:


Teig:

– 200 g Dinkelkuchenmehl (Type 700)
– 115 g frische Germ
– 2 Handvoll frische, saubere Vogelmiere
– ca. 200 ml lauwarmes Wasser
– 1 Prise Salz
– ½ Teelöffel Zucker
– 2 Esslöffel Olivenöl

Belag:

– 2 reife Tomaten
– 150 g griechischer Schafkäse
– Mais
– 1 reife Avocado
– Olivenöl
– frische Vogelmiere

Die Auswahl an frischem Grün ist im Moment etwas beschränkt. Die Vogelmiere kann da im Winter fast immer Abhilfe schaffen, gedeiht sie doch prächtig bis Minus 10 Grad. Besonders schön ist sie in Nachbars Garten, wo ich sie mir heute geholt habe, um bunte Mini-Pizze zu probieren, weil ich etwas Farbe und „grünen“ Geschmack brauchte. Hier ist mein Vogelmiere-Pizza-Rezept, das zumindest mir geschmeckt hat:

Die frische Germ wird mit einigen Esslöffeln des lauwarmen Wassers und dem Zucker angerührt und für ca. 10 Minuten stehen gelassen, bis das “Dampfl” schön aufgegangen ist. In der Zwischenzeit püriert man die Vogelmiere mit dem Rest des lauwarmen Wassers. Ist das Dampfl fertig, rührt man Mehl, Olivenöl, Vogelmiere-Wasser-Brei, Salz und Dampfl mit den Knethaken des Handrührgeräts für einige Minuten, bis eine schöne, weiche, grüne Kugel entstanden ist. Bei der Zugabe des Vogelmiere-Wasser-Pürees sollte man nicht alles auf einmal in den Teig leeren, sondern dieses immer wieder in kleinen Portionen beifügen. Manchmal kann der Teig mit derselben Menge Wasser auch zu weich werden. Im Gegenzug kann es auch sein, dass man etwas Wasser beifügen muss. Den fertigen Teig lässt man bei Raumtemperatur, mit einem Tuch zugedeckt, für etwa 40 Minuten gehen. Anschließend kann man ihn verarbeiten.

Für die Pizze sticht man mit einem Esslöffel kleine Teigportionen aus dem grünen Teig, die man etwas bemehlt und mit geschnittenen Tomaten und Schafkäse sowie Mais belegt. Zuletzt träufelt man etwas Olivenöl über jede Mini-Pizza. Die kleinen Pizze bäckt man im vorgeheizten Backrohr bei 200 Grad für etwa 12 Minuten, bis sie leicht braun werden. Vor dem Servieren belegt man sie mit frischen Avocadostückchen und frischer Vogelmiere – nicht nur ein optischer Leckerbissen!