Kulinarik

Haferkekse mit frischer Lärche

Lärche


Nadelbäume gehören kulinarisch mittlerweile zu unseren Favoriten!
Egal ob, Fichte, Kiefer, Tanne oder Lärche – sie haben alle dank der in ihren Nadeln und Blüten enthaltenen ätherischen Öle und Harze ein unverwechselbares Aroma. Jede Art schmeckt anders, ja, man könnte fast sagen: jeder Baum schmeckt anders, und Lärchen sind innerhalb der Nadelgehölze unsere besonderen Lieblinge.

Besonders die jungen Nadeln werden ebenso wie die frisch blühenden männlichen und weiblichen Blüten für die Zubereitung von Gewürzen, Getränken und Süßspeisen verwendet. 

Besonders gut eignen sich Lärchenblüten, -nadeln und zapfen für die Herstellung von Spirituosen. Setzt man diese Pflanzenteile in hochprozentigem Alkohol an, erhält man herrlichen Likör, der auch gesund für die oberen Atemwege ist.
Auch für Sirupe und Tee kann man die jungen Pflanzenteile der Lärche verwenden. Nicht zu vergessen: Auch Bier kann mit Lärchenzapfen oder Nadeln aromatisiert werden.

Zu Süßspeisen passen die jungen Pflanzenteile von Lärchen besonders gut. Sie haben einen etwas feineren Geschmack als die Nadeln von Kiefern oder Fichten und veredeln Eis, Mousse au Chocolat, Kuchenteige, Schokolade, Plätzchen und Vieles mehr.
Besonders gut schmecken süße Gewürzmischungen mit Lärchennadeln. Ein altbekanntes Rezept ist das sogenannte „Lärchengold“, eine aus jungen Lärchenspitzen eingekochte Marmelade.

Heute gibt es ganz einfach Haferkekse mit frischen Lärchennadeln und weiblichen Blüten. Sie sind außen knusprig, innen weich, und schmecken nach Wald – was will man mehr?
Übrigens kann man Lärchennadeln natürlich auch noch im Sommer für dieses und andere Rezepte verwenden. Jetzt im Frühjahr schmecken sie einfach besonders zart.

Zutaten:

– 125 g weiche Butter
– 150 g Haferflocken (grob)
– 100 g geriebene Mandeln oder Haselnüsse
– 50 g Weizen- oder Dinkelmehl (Type 480 oder Universal)
– 2-3 Esslöffel Honig (je nachdem, wie süß die Kekse sein sollen)
– 1 Ei
– 1 Teelöffel Backpulver
– 3 Teelöffel frische, gehackte Lärchenspitzen und weibliche Blüten
-1 Prise Salz

Für die Dekoration:
– 50 g dunkle Schokolade (70%)
– 50 g Butter ca. 40 schöne, frische Büschel Lärchenspitzen

Für die Kekse werden zunächst Mehl und Backpulver gut vermischt, anschließend werden alle Zutaten mit den Händen rasch zu einem festen Teig geknetet.
In der Zwischenzeit heizt man das Backrohr auf 190°C auf.

Aus dem Teig werden mit einem Teelöffel rasch kleine Häufchen ausgestochen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gesetzt. Die Häufchen können gerne etwas unregelmäßig sein – dann werden die Kekse knuspriger. Zwischen den Keksen sollte ungefähr 2 cm Abstand sein, da sie etwas aufgehen.

Das volle Backblech wird ins vorgeheizte Backrohr geschoben und bei Ober/Unterhitze für ca. 10-15 Minuten goldbraun gebacken.

Anschließend nimmt die Kekse aus dem Backrohr und lässt sie abkühlen. In der Zwischenzeit erwärmt man Schokolade und Butter gemeinsam langsam im Wasserbad auf lippenwarme Temperatur.
Man setzt auf jedes Keks einen dicken Tropfen Schokoglasur, in die man ein Büschel frische Lärchenspitzen drückt, so lange die Schokolade noch weich ist.

Aufgrund der frischen Lärchenspitzen sollten die Kekse rasch gegessen werden – was aber im Allgemeinen kein Problem ist.
Guten Appetit!

Mehr Infos zur Lärche und weiteren Nadelbäumen findest du hier: Wissenswertes zu unseren Nadelgehölzen

Körndlbrot mit Weißdornblättern

Heute ist Brotbacken angesagt, und es soll nicht viel Arbeit machen.
Da ist dieses Brotrezept gerade richtig. Es macht nicht viel Mühe – und wer Zeit und Lust hat, kann es noch mit Blättern wunderschön verzieren. Wir finden, es schmeckt mit den Blättern besser, weil es so noch hübscher ist. So wird’s gemacht:

Zutaten:

– 100 g Waldstaudenroggenmehl (auch Roggen-Vollkornmehl)
– 200 g Roggenmehl Type 960
– 300 g Weizenmehl Type 700
– 120 g gemischte, gehackte Samen (Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Sesamsamen, Leinsamenschrot etc.)
– 2 Esslöffel Sauerteig
– 10 g frische Germ
– 1 Teelöffel Honig
– 375 ml lauwarmes Wasser
– 1-2 Esslöffel gemörsertes Brotgewürz (in diesem Fall: Anis, Fenchel, Kümmel Koriandersamen)
– ca. 25 junge Weißdornblätter
– 1 l Wasser
– 1 Msp. Speisenatron

Die Germ mit dem Honig und ca. 100 ml vom lauwarmen Wasser verrühren und ca. 10 Minuten „gehen“ lassen, bis sie Blasen wirft.
In der Zwischenzeit werden alle anderen Zutaten vermischt, zuletzt die aufgegangene Germ beigefügt, und der Brotteig für ca. 6 Minuten mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät auf langsamer Stufe geknetet. Auch mit den Händen kneten funktioniert gut – dann brauchst du allerdings dreimal so lange …

Nun lässt man den Teig für zwei Stunden an einem ruhigen Ort bei Zimmertemperatur aufgehen. Anschließend knetet man ihn mit den Händen noch einmal gut durch und faltet den Teig dabei immer wieder zusammen. So werden Luftblasen aus dem Teig geknetet. Beim Kneten sollte man so wenig Mehl wie möglich beifügen.

Nun formt man eine dicke Kugel und setzt sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Mit einem Geschirrtuch abgedeckt lässt man das Brot noch einmal ca. 45 Minuten aufgehen.

In der Zwischenzeit kocht man das Wasser mit dem Natron auf und blanchiert darin die Weißdornblätter für 1-2 Minuten. Anschließend seiht man sie ab und schreckt sie mit eiskaltem Wasser ab.
Dann darf jedes Weißdornblatt auf einem trockenen Geschirrtuch aufgefaltet werden …

Wenn das Brot fertig aufgegangen ist, benetzt man die Hände mit lauwarmem Wasser und bestreicht das Brot damit ganz dünn. Darauf werden die Blätter in beliebiger Anordnung geklebt. Zum Abschluss streicht man noch einmal mit feuchten Händen über das kleine Brot-Kunstwerk, ehe es in den vorgeheizten Backofen geschoben wird.

Das Backrohr sollte auf 230°C (Ober-Unterhitze) vorgeheizt sein. Ein Gefäß mit kochendem Wasser sollte bereits im Backrohr stehen. Nach 15 Minuten anbacken bei 230°C wird die Temperatur auf 180°C gedrosselt und das Brot langsam fertig gebacken.

Ich sprühe ca. alle 10 Minuten mit einer Blumensprühflasche auf die Brotoberfläche. So wird die Farbe schöner und die Blätter bleiben gut auf dem Teig kleben.

Nach etwa 50 Minuten ist das Brot fertig gebacken. Ob das Brot fertig ist, kann man sehr gut daran feststellen, dass die Unterseite hohl klingt, wenn man darauf klopft.

Guten Appetit und viel Freude beim Brotbacken!

Apfelmus mit Schlehenblüten

Apfelmus mit Schlehenblüten

Schlehenblüten-Zeit!
Die Schlehe ist eine unserer Lieblingspflanzen, wie man an der Häufigkeit unsere Blogbeiträgen zu ihr bemerken kann. Und sie ist auch wirklich etwas Besonderes!
Auf die Verwendung der Blüten vergessen viele von uns meistens. Dabei bedarf es nur einiger weniger Blüten, um Süßspeisen und Getränken das gewisse Etwas zu verleihen:
Aufgrund der enthaltenen Blausäureglykoside duften sie fein nach Bittermandel. In Maßen verwendet sind sie ein Highlight in der Küche.
Probiert uns einfaches, aber feines Rezept:

Zutaten:

zuckerfreie Variante:
– 4 große süßsäuerliche Äpfel
– 100 ml Wasser
– 1-2 Esslöffel frisch gepflückte Schlehenblüten
– 1-2 Teelöffel Zitronensaft
– 1 Prise Kardamom

mit Zucker:
– alle Zutaten wie oben und + 2 Esslöffel Rohrzucker

So wird’s gemacht:

zuckerfreie Variante:
Die Äpfel werden geviertelt, vom Kerngehäuse befreit, geschält und in etwa 2 cm große Würfel geschnitten. Anschließend werden die Apfelwürfel zusammen mit der Prise Kardamom zugedeckt im Wasser für etwa 10 Minuten weich gedünstet. Erst wenn das Kompott fertig ist, fügt man die Schlehenblüten bei und püriert es zu feinem Mus.

mit Zucker:
Den Zucker in einem großen Topf langsam schmelzen lassen, bis helles Karamell entstanden ist. Das Karamell mit dem Wasser ablöschen und so lange einkochen, bis sich die durch das Ablöschen entstandenen Zuckerklümpchen aufgelöst haben. Nun die Apfelwürfel und die Prise Kardamom der Karamellsauce beifügen und zugedeckt etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen, bis die Äpfel weich sind. Erst wenn das Kompott fertig ist, fügt man die Schlehenblüten bei und püriert es zu feinem Mus.

Wenn ihr noch tiefgekühltes Obst wie Marillen, Zwetschken oder ähnliches vom Sommer übrig habt: Jedes Mus, jeder Röster und jede Marmelade gewinnt durch das wunderbare Aroma der Schlehenblüten. Aber Achtung: nicht zu viel auf einmal davon essen. Die Verdauung wird dadurch durchaus angeregt. Die Dosis macht es aus …

In diesem BLOG-Beitrag findet ihr mehr Infos zur Schlehe: Schlehdorn
Und hier gibt es weitere Schlehen-Rezepte:
Schlehen-Pannacotta auf Schlehensauce
Schlehensaft

Video: Frischkäse herstellen mit Wildkräutern

Christina erklärt, wie aus einem Liter Milch aus dem Supermarkt und ein paar Wildkräutern ein köstlicher Frischkäse entsteht:

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Mehr Videos gibt es in Kürze in unserem Youtube-Kanal. Wir freuen uns über jedes Abo!

Frischkäse selbst herstellen aus Milch und Wildkräutern

Frischkäse


Die meisten von uns haben schon öfter davon gehört, dass Käse früher mit pflanzlichem Lab hergestellt wurde und nicht mit Lab aus Kälbermägen. Die Labkräuter haben nicht zufällig ihren Namen, enthalten sie doch allesamt ein Enzym namens Chymosin, das die Dicklegung von Milch fördert. Im Bild siehst du das Klettenlabkraut, das jetzt im Frühjahr schon sehr schön ist, ansonsten nimmt man vor allem das Echte Labkraut oder auch das Wiesenlabkraut. Aber auch andere Wildpflanzen wir zum Beispiel die Große Brennnessel fördern dank ihrer Inhaltsstoffe das Dicklegen der Milch.

Im Handumdrehen kannst du so aus einem Liter Milch und einem Sträusschen eines Labkrauts oder von Brennnesseln herrlichen Frischkäse selbst herstellen. Das schmeckt nicht nur gut, sondern macht auch jedes Mal irgendwie ein bisschen stolz, weil man etwas Tolles geschaffen hat – finden wir zumindest.
Hier findest du unser ganz einfaches Rezept, das wir diesmal mit frischen Brennnesseln gemacht haben – man kann sie einfach nicht verwechseln:

Zutaten:

– 1 l Kuh-, Schaf- oder Ziegenmilch, mindestens 3,5 % Fettgehalt
– 1 Sträußchen frisches Labkraut (ca. 6 Triebe mit oder ohne Blüten) oder Brennnesseln
– 1 große Rührschüssel
– 1 großes Sieb
– 1 sauberes Mulltuch (Windel)
– 1 Messer
– 1 Löffel

Und so wird’s gemacht:
Die Milch in eine große Rührschüssel leeren und ganz leicht auf etwa 30°C anwärmen. Anschließend die frischen Kräuter (Labkraut oder Brennnesseln) zu einem Sträußchen gebunden in die Flüssigkeit tauchen. Das Sträußchen sollte mit Milch getränkt sein und in der Milch absinken.

Nun deckt man die Mischung mit einem Geschirrtuch zu und stellt sie bei 30-40°C. im Backofen warm. Bei 40°C erfolgt die Dicklegung der Milch erfahrungsgemäß rascher. Man kann den Käseansatz auch mit einem Tuch umwickeln und mit einem Thermophor beschweren!

Die Milchmischung sollte nun in Ruhe gelassen und nicht mehr verrührt werden. Auch Zugluft solltest du vermeiden.

Nach etwa 10 Stunden ist schon deutlich bemerkbar, dass sich um die Kräuter und am Schüsselrand kleine Klümpchen und Verdickungen bilden. Insgesamt sollte man den Ansatz etwa 15 bis 24 Stunden stehen lassen.
Prinzipiell gilt: Je fetter die Milch ist, desto schneller geht es! Und je mehr Kräuter für den Käse verwendet wird, desto rascher stockt die Milch.

Wenn die Milch fest gestockt ist, seiht man den Frischkäse in ein großes, mit einem Mulltuch ausgelegtes Sieb und lässt ihn abtropfen. Nach etwa zwei Stunden schneidet man den noch sehr weichen Käse vertikal mit einem Messer mehrmals der Länge nach durch. Dasselbe macht man in einem Winkel von 90°C noch einmal. Man lässt den Frischkäse noch im Sieb, deckt ihn ab und lässt ihn noch ein bisschen weiter abtropfen.
Die entweichende Flüssigkeit ist Molke, die man trinken oder weiterverarbeiten kann. Nun kann man den Käse mit Kräutern oder Salz würzen. Zuletzt presst man die Masse im Tuch leicht aus, sodass eine weiße Kugel entsteht. Die Konsistenz ist in etwa wie die eines Mozzarella, allerdings ein bisschen gröber.

Nach einigen Stunden hat der Käse eine angenehme weiche, aber schnittfeste Konsistenz und kann beliebig gewürzt und gegessen werden.

Wie es genau funktioniert, siehst du in unserem Video – viel Spaß!

Brot mit Hainbuchenkätzchen-Mehl und Kätzchenbutter

Kätzchenbrot


Im Winter und Vorfrühling lieben wir es, die Kätzchen bestimmter Bäume und Sträucher kulinarisch zu verarbeiten. Jedes Kätzchen hat seinen eigenen, besonderen Geschmack. Besonders gerne haben wir Hasel und Erle. Doch heuer waren diese Kätzchen sehr rasch verblüht, und so kamen wir quasi aus der Not auf die Kätzchen der Hainbuchen. Diese sind jetzt noch knackig und geschlossen und bereit zu Verarbeitung.
Wir haben erstmals bemerkt, wie köstlich Hainbuchenkätzchen schmecken. Wie konnten wir sie bisher übersehen? So gab es in den letzten Wochen zahlreiche Experimente mit Hainbuchenkätzchen.

Ganz allgemein zu Kätzchen: Diese beinhalten, ebenso wie die Knospen von Bäumen und Sträuchern, wichtige Pflanzenhormone und andere Inhaltsstoffe, die vor allem in jungen, im Wachstum begriffenen Pflanzenteilen vorkommen. Man sagt ihnen in der Naturheilkunde eine besondere Wirkung nach.

Auch kulinarisch sind die kleinen, pelzigen Schönheiten ein Highlight: Manche Kätzchen schmecken vor allem in geschlossenem Zustand sehr gut (wie schon erwähnt z. B. Hasel, Erle, Hainbuche). Knackig und frisch sind sie eine wunderbare Beigabe zu Aufstrichen, Butter, Saucen und Vielem mehr. Getrocknet und gemahlen ergeben sie ein gesundes Streckmehl, das wir Teigen und verschiedenen Speisen beifügen können. Streckmehl aus Kätzchen beweist: Notnahrung kann köstlich sein!

Hier unser unser Kätzchen-Brot-Rezept samt Kätzchen-Butter:

Zutaten:

Hainbuchenkätzchen-Mehl:
– 1 Schüssel frische Hainbuchenkätzchen

Kätzchen-Brot:
– 250 g Einkorn-Vollmehl
– 250 g Roggenmehl (Type 960)
– 4 Esslöffel Hainbuchenkätzchen-Mehl
– 100 g Roggensauerteig
– 22 g frische Germ
– 1 Esslöffel Brotgewürz, grob gemörsert (Fenchel, Anis, …)
– 1 gestrichener Teelöffel Salz
– 1 Teelöffel Honig
– ca. 330 ml lauwarmes Wasser

Zutaten Butter:
– 250 g Butter
– 1 Esslöffel frische Hainbuchenkätzchen
– ½ Teelöffel Salz
– 1 Handvoll frische Wildkräuter (Bärlauch, Schafgarbe, Kleiner Wiesenknopf etc.)

Für das Kätzchen-Mehl werden die frisch gepflückten Kätzchen grob gehackt und bei ca. 40°C im Backrohr (Backrohr leicht geöffnet lassen) für zwei bis drei Stunden getrocknet. Die getrockneten Kätzchen kann man bis zu einem Jahr in einem dunklen Glas oder einer Dose eher kühl und trocken lagern. Braucht man Mehl, so püriert man die entsprechende Menge mit dem Pürierstab zu feinem Mehl
Das Sauerteigbrot mit Kätzchenmehl ist schnell gemacht: Ihr vermischt einfach alle Zutaten der Reihe nach und knetet sie ca. vier Minuten lang mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät auf kleiner Stufe auf langsamer Stufe. Ihr könnt den Teig auch mit den Händen kneten, was etwas länger dauert. Anschließend den Teig für 45 Minuten mit einem Geschirrtuch zugedeckt „gehen“ lassen.

Danach wird der Teig noch einmal mit den Händen durchgeknetet, wobei ihr noch ein wenig Mehl einkneten könnt, falls er klebt. Schließlich formt ihr den Teig zu einem Laib, legt ihn auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und lässt ihn noch einmal für etwa 40 Minuten gehen.

Anschließend in den auf 230°C vorgeheizten Backofen schieben (Ober-/Unterhitze) und bei fallender Temperatur (bis 190°C) für ca. 50 Minuten backen. Vor dem Einschieben des Brotes ein Gefäß mit kochendem Wasser ins Backrohr schieben. Ab und zu mit Wasser besprühen (Blumensprühflasche). Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.

Für die Butter werden die frischen Kätzchen und die Wildkräuter fein gehackt und mit Butter und Salz vermischt – schmeckt köstlich auf frischem Kätzchen-Brot!

Cheesecake mit Vogelmiere


Grünes Cheesecake mit Vogelmiere ist ein Highlight im Winter. So holst du dir Vitamine, Mineralstoffe und außergewöhnlichen Geschmack auf den Teller! Abgesehen davon kann man damit sehr bei seinen Lieben oder einem Besuch punkten! Das Rezept ist ganz einfach und gelingt leicht.

Es beginnt natürlich mit einem Spaziergang, in dessen Verlauf man einige Handvoll Vogelmiere sammelt… Erst dann kann man so richtig loslegen. Aber das gehört zum Kochen und Backen mit Wildkräutern dazu, und das macht es auch so besonders!

Und hier geht’s zum Rezept – gutes Gelingen!

Zutaten :

Tortenboden:
– 250 g Packung Butterkekse
– 100 g Butter
– 65 g Schokolade-Kuvertüre

Creme:
– 350 g Frischkäse
– 250 g Ricotta
– 4 Eier
– 110 g Backzucker
– 1 Teel. fein geriebene, frische Zitronenschale
– 1 Teel. Zitronensaft
– 1 Msp. Speisenatron
– 50 g Weizen- oder Dinkelmehl (Universal)
– 3 Handvoll frische, gewaschene Vogelmiere

Für den Tortenboden werden zunächst die Butterkekse mit einer Nussreibe fein gerieben oder in einem Plastiksackerl mit dem Nudelholz platt gewalzt und fein zerkleinert. Butter und Schokolade-Kuvertüre werden im Wasserbad langsam gemeinsam geschmolzen und mit den geriebenen Keksen vermischt. Die Mischung wird nun in eine Tortenform gepresst und für ca. 30 Minuten kalt gestellt.

In der Zwischenzeit kann man sich der Creme widmen:
Für diese nimmt man zunächst ca. 100 g vom Frischkäse und püriert ihn mit 2 Handvoll von der Vogelmiere zu einem grünen Brei. Mehl und Natron werden gut vermischt und beiseite gestellt.
Anschließend verrührt man den Vogelmiere-Brei, den restlichen Frischkäse, den Ricotta, die 4 Eier, Zucker, Zitronenschale und -saft mit dem Mixer für etwa 3 Minuten zu einer cremigen Masse. Zuletzt hebt man die Mehlmischung unter, gießt die relativ flüssige Masse auf den Tortenboden, und bäckt die Torte für ca. 45 Minuten bei 170 °C (Ober-Unterhitze).
Zuletzt lässt man die Torte auskühlen und dekoriert sie danach nach Geschmack mit Vogelmiere. Den Rand kann man mit etwas Frischkäse bestreichen – dann haften die Vogelmiereblätter besonders gut.

Nun bleibt nur noch eins zu sagen: Guten Appetit!

Und wenn du etwas mehr über die Vogelmiere erfahren möchtest, schau einmal in Ronald letztem Blog-Beitrag zu Winterkräutern!

Unser Meisterwurz-Schnaps

Die Meisterwurz ist eine ganz besondere Heil- und Speisepflanze. Ihr Geschmack ist intensiv, unverwechselbar und außergewöhnlich. In ihrer Schärfe erinnert sie ganz entfernt an Ingwer.
In Alpenregionen ist Meisterwurz-Schnaps sehr bekannt, viele Familien haben ihr streng gehütetes Geheimrezept. Wild kommt die Pflanze gerne in höheren Lagen vor, doch auch im Garten kann man den schönen Doldenblütler ohne große Probleme ziehen.

Wir haben unser eigenes, ganz einfaches Meisterwurz-Rezept kreiert, dass wir euch gerne vorstellen. Dieser Schnaps ist unser Getränk für besondere Gelegenheiten, weil er gar so köstlich ist und wir ihn hüten, wie unseren Augapfel.

Zutaten für etwas mehr als 1 l Schnaps:

– 280 g Rohrzucker
– 110 ml Wasser
– 1000 ml Korn oder Obstbrand 40%
– 4 Esslöffel frische, geputzte, in kleine Stücke
  geschnittene Meisterwurz (Wurzel bzw. Rhizom)
– frische, abgeriebene Schale einer halben
  Bio-Zitrone
– 11 Wacholderbeeren vom Stechwacholder
  oder 3 Wacholderbeeren des Gemeinen
  Wacholder

Für den Meisterwurz-Schnaps stellt man als Erstes Zuckersirup her. Dafür werden Zucker und Wasser erhitzt und langsam ein Zuckersirup eingekocht, bis der Zucker geschmolzen ist. Dabei sollte man immer wieder umrühren – der Sirup darf nicht braun werden, sondern muss durchsichtig bleiben. Den fertigen Sirup lässt man auf lauwarme Temperatur abkühlen.

Nun werden die Wurzeln grob gehackt, die Wacholderbeeren im Mörser angemörsert. Die Wurzeln, die Wacholderbeeren und die Zitronenschale in eine saubere, große Flasche gefüllt und mit Zuckersirup und Obstbrand oder Korn aufgegossen. Der Schnaps muss mindestens zwei Monate reifen. Danach seiht man ihn ab und lässt ihn noch einige Wochen nachreifen.

Wir verwenden für unseren Meisterwurz-Schnaps die rötlichen Beeren des Stechwacholders, die wir in Kroatien sammeln (siehe Foto). Unsere heimischen Wacholderbeeren sind nicht so angenehm aromatisch und süßlich. Falls heimischer Wacholder verwendet wird, sollte man maximal 3 Beeren statt der angegebenen 10 verwenden.

In diesem Blog-Beitrag erfährst du noch mehr über die Meisterwurz!

Kletzenbrot mit Eichelmehl, Nelkenwurz und Wildfrüchten

Kletzenbrot ist um die Weihnachtszeit als Backwerk einfach nicht wegzudenken. Früchtebrote dieser Art gibt es seit Menschen Brot backen. Schon die Kelten und deren Vorfahren mischten im Winter gedörrte Früchte in den Brotteig.

Ursprünglich wurde das Kletzenbrot nur durch die Süße der getrockneten Mostbirnen- (Kletzen) und Zwetschkenstücke gesüßt. Für die arme Bevölkerung war das oft die einzige Art von Süßigkeit, die zur Verfügung stand.

Die Kletzen wurden in der Restwärme des Backofens gedörrt oder auf Schnüre aufgefädelt und im Raum zum Trocknen aufgehängt. Der Begriff „Kletzen“ kommt übrigens vom mittelhochdeutschen Begriff „kloezen“, das so viel wie „spalten“ heißt. Gespaltet wurden die Birnen in kleine Stücke.

Erst in den letzten Jahrhunderten kamen Früchte aus dem Süden wie getrocknete Feigen oder Datteln ins Früchtebrot, was sich aber nicht jeder leisten konnte. Im Prinzip passen alle aromatischen, gedörrten Wildfrüchte wie Weißdornbeeren, Kornelkirschen, Sanddornbeeren oder Preiselbeeren in ein Kletzenbrot.

Unser Kletzenbrot ist unseren Vorfahren ein wenig nachempfunden, und so haben Eichelmehl, getrocknete Weißdornbeeren und Preiselbeeren sowie Nelkenwurz hinein gefunden. Sie machen auch den speziellen Geschmack dieses Brotes aus. Falls ihr heuer schon Eichelmehl gemacht habt, könnt ihr es ja einmal ausprobieren. Das Brot schmeckt großartig!

Zutaten für ein Brot:

– je 50 g getrocknete Kletzen, Zwetschken, Marillen, Feigen, Rosinen, Preiselbeeren und Weißdornbeeren (entkernt)
– 40 ml Slibovitz
– 200 ml Wasser zum Einweichen für den Teig
– 60 g Dinkelmehl
– 40 g Eichelmehl
– 5 g frische Germ
– 20 g Zucker
– 2 frische oder getrocknete Nelkenwurz-Wurzeln
– 1 Prise Zimt
– 1 Prise Salz
– 25 g grob gehackte Haselnüsse
– 1 Teelöffel Maismehl

Als Erstes werden die Kletzen mit dem heißen Wasser übergossen und 2-3 Stunden eingeweicht. Anschließend nimmt man sie aus dem Wasser, das man für später aufhebt.
Nun schneidet man die Kletzen gemeinsam mit den anderen Dörrfrüchten in kleine Stücke und übergießt alle Früchte mit dem Slibovitz. Diese Mischung lässt man 30 Minuten lang ziehen. Danach gießt man das Wasser, in dem die Kletzen eingeweicht waren, über die Mischung, die man erneut 30 Minuten ziehen lässt. Zuletzt wird die Flüssigkeit abgegossen und dabei aufgefangen. Die Früchte werden leicht ausgedrückt.

Die Nelkenwurz wird gemeinsam mit dem Zucker püriert und diese Mischung mit der Germ verrührt, bis die Germ flüssig wird. Man fügt die Häfte des Kletzenwasser bei und rührt die Masse glatt. Die beiden Mehle, Salz, Zimt, die ausgedrückten Früchte und die Haselnüsse werden beigefügt und in einer Schüssel gut miteinander verknetet. Wenn der Teig sehr fest ist, kann man noch den Rest des Kletzenwassers beifügen. Man sollte einen stabilen, aber weichen Wecken formen können. Zuletzt formt man einen kleinen Brotwecken und legt ihn auf ein mit Backpapier belegtes Backblech. Der Teig sollte nun 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen.

Schließlich wird das Früchtebrot bei 175 Grad (Ober-/Unterhitze) für ca. eine Stunde gebacken. Währenddessen rührt man das Maismehl mit einem Esslöffel Wasser glatt. Sobald das Brot aus dem Ofen kommt, wird es mit der Mischung bestrichen und auskühlen gelassen.

Ich mache immer gleich die dreifache Menge, damit sich das Dörrfrüchteschneiden auch auszahlt … Außerdem ist ein Wecken sehr rasch aufgegessen. Es ist gut, wenn man noch etwas in Reserve hat.

Weihnachtliche Engelwurzschnitten

Engelwurz, Wildkräuter

Die Engelwurz hat es uns heuer angetan… Im Sommer wurde sie kandiert, zu Sirup verarbeitet und auch in pikante Speisen gemischt. In der Vorweihnachtszeit haben wir nun Kakaoschnitten mit der frischen Wurzel der Waldengelwurz probiert. Und siehe da: auch dieses Gericht schmeckt uns.
Es ist denkbar einfach:  Die frische Engelwurz-Wurzel in kleine Stücke schneiden und in der Milch fein pürieren. Anschließend Butter und Rohrzucker mit dem Mixer schaumig rühren, nach und nach die Eier hinzufügen und die Masse für einige Minuten aufschlagen. Die restlichen Zutaten gut vermischen und der Mischung löffelweise unter Rühren beifügen. Den Teig auf ein Blech streichen, und bei 180 C° (Ober-Unterhitze) für ca. 20 Minuten backen. 
Die Schnitten können anschließend mit Marmelade (z. B. Hagebutte) oder Fichtengelee bestrichen und mit Kakao bestäubt werden. Auch ein Schokoguss ist kein Fehler :).

– 250 g Butter
– 200 g Rohrzucker
– 1 Teelöffel Vanillezucker
– 4 Eier
– 1 Päckchen Schokoladepuddingpulver
– 2 Esslöffel Kakao
– 2 Teelöffel Backpulver
– 125 ml Milch
– 2-3 Esslöffel frische Engelwurz-Wurzel
– je 1 Msp. Zimt und Kardamom
– 2 Esslöffel Engelwurz-Schnaps (oder Rum)
– zum Bestreichen: Marmelade, Fichtengelee etc.
– evtl. Kakao zum Bestäuben