Botanisches zur Kerbelrübe (Knolliger Kälberkropf)

Botanisches zur Kerbelrübe (Knolliger Kälberkropf)

Knolliger Kälberkropf

Der Knollige Kälberkropf (Chaerophyllum bulbosum) ist ein heute nur noch wenig beachteter, aber wirklich interessanter Doldenblütler (Apiaceae), der gerne an Feldrändern, Auwäldern, Hecken, Brachflächen und Böschungen wächst.

Wie die Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota) ist er eine zweijährige Pflanze, die im ersten Lebensjahr eine grundständige Blattrosette mit zwei- bis mehrfach gefiederten Laubblättern ausbildet. Im Gegensatz zum Gefleckten Schierling (Conium maculatum) sieht man auf der Oberseite des Blattstieles eine Vertiefung bzw. leichte Einkerbung – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal!


Bereits im ersten Lebensjahr bildet sich knapp unter der Erde eine kleine, oft fast kugelig runde Knolle aus (Hypokotyl-Knolle). Sie wird umgangssprachlich als Rübe bezeichnet. Daher ist der Knollige Kälberkropf auch unter dem gebräuchlicheren Namen Kerbelrübe bekannt.

Um die kleine Rübe bilden sich erstaunlicher Weise nur sehr kleine Wurzeln. Erstaunlich ist dieser Umstand deshalb, weil im zweiten Lebensjahr aus der Mitte der Blattrosette ein mächtiger, gerader Stängel in die Höhe wächst, der sich Richtung Spitze in kürzere Seitentriebe verzweigt. Die Pflanze kann eine Höhe von fast zwei Metern erreichen – und ihr gesamtes Gewicht wird von einer sehr kleinen Rübe getragen!

Der Stängel ist in Bodennähe mit einem etwas borstigen Haarkleid versehen, weiter oben ist er glatt und kahl.
Wie andere Kälberkropf-Arten besitzt auch die Kerbelrübe am Stängel knapp unterhalb der Knoten auffällige, wulstartige Verdickungen.
Die mit weißen Blüten besetzten Dolden sind im Vergleich zur Gesamtgröße der Pflanze relativ klein. Hüllblätter sind meist, aber nicht immer vorhanden. Die Hüllchenblätter der Döldchen sind zudem immer kahl. Die hell- bis dunkelbraunen Früchte erreichen eine Größe von ca. 5 Millimetern.

Wie viele andere Doldenblütler besitzt auch die Kerbelrübe über Stängel und Blätter verteilt rote Flecken. Im Gegensatz zum Gefleckten Schierling sind sie aber kein Hinweis auf Giftigkeit!
Eine Verwechslung mit dem giftigen Heckenkälberkropf ist kaum möglich. Er besitzt nämlich eine dünne, spindelartige Wurzel und ist oberirdisch mit weit dünneren Trieben versehen, die alle dicht behaart sind.
Der stark giftige Schierling und die Hundspetersilie besitzen unterirdisch keine verdickte Knolle! Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, braucht nur eine kleine Schaufel zur Hand nehmen und prüfen, welche Wurzel unter der Erde zum Vorschein kommt.

Die Kerbelrübe ist übrigens ein Kaltkeimer und sollte in der kalten Jahreszeit ausgesät werden – die beste Zeit für die Aussat ist der Oktober. Wir haben heuer im Herbst erstmals Früchte abgenommen und starten einen ersten Versuch!

Mehr Wissenswertes zur Kerbelrübe findet ihr hier: Kulinarisches zur Kerbelrübe

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