Kätzchen – eine kleine Pflanzenkunde

Kätzchen – eine kleine Pflanzenkunde


Im Spätwinter zeigen sich bei einigen Baum- und Straucharten auffällige, hängende oder aufrechte Blütenstände, die als „Kätzchen“ bezeichnet werden. Diese fühlen sich bei Berührung im geöffneten Zustand – vergleichbar mit dem Fell einer Katze – stets weich und angenehm samtig an. Daher rührt die Bezeichnung „Kätzchen“ oder „Katzerl“.

Diese Blütenstände bestehen aus zahlreichen Einzelblüten und sind bei vielen Vertretern trauben- oder ährenartig angeordnet. Die überwiegende Mehrheit der Kätzchenblüher sind windblütig mit reduziertem „Schauapparat“, d.h. ohne auffällige Blüten, Kelch- und Kronblätter fehlen oft. Die Anzahl der Pflanzenfamilien, deren Vertreter mit Kätzchenblüten ausgestattet sind, ist überschaubar. Hier sind vor allem die Familien der Birkengewächse (Betulaceae), Buchengewächse (Fagaceae), Weidengewächse (Salicaceae) und der Walnussgewächse (Juglandaceae) zu nennen.

Sowohl männliche und teils auch weibliche Blüten können als Kätzchen angeordnet sein. Im Unterschied zu den männlichen Kätzchen sind die weiblichen Kätzchen eher kleiner. Während aus den weiblichen Blüten Früchte hervorgehen, fallen die männlichen Kätzchen unmittelbar nach der Befruchtung ab. Hasel, Eiche Walnuss und Erle sind einhäusig-getrenntgeschlechtlich. Hier gibt es männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze, deren Geschlechter sind auf zwei Organe verteilen, d.h. diese sind somit voneinander getrennt. Bei diesen Vertretern werden nur die männlichen Blüten in Form von Kätzchen ausgebildet, die weiblichen Blüten sind dagegen sehr klein und nur bei genauerem Hinsehen erkennbar.

Birken und Hainbuchen sind ebenfalls einhäusig-getrenngeschlechtlich, besitzen aber im Unterschied zu den vorhin genannten Vertretern männliche und weibliche Kätzchen auf ein- und derselben Pflanze.

Eine Besonderheit stellen die Weidengewächse, deren Vertreter zweihäusig sind, dar. Das bedeutet, dass eine Pflanze entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten in Form von Kätzchen trägt. Dazu zählen Pappeln und Weiden-Arten wie die Salweide. Die Blütenstände der Salweide, die umgangssprachlich als „Palmkatzerl“ sehr bekannt sind, sind aus botanischer Sicht ein „Grenzfall“ und strenggenommen gar keine echten Kätzchen, sondern aufrechte Ähren!

Kätzchen sind übrigens auch kulinarisch sehr interessant! Mehr darüber erfährst du in diesen Blog-Beiträgen:
Kätzchenbrot mit Kätzchenbutter
Birkenkätzchenkrokant
Süß-saure Haselkätzchen

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