Wacholder-Plätzchen

Wacholder-Plätzchen


Wacholderfrüchte sind köstlich und gesund, doch kulinarisch werden sie bei uns etwas vernachlässigt. Wir haben einige Experimente damit gemacht und köstliche Plätzchen mit ihnen gebacken!

Genießbare Wacholder-Arten wurden seit der Antike oft und ausführlich beschrieben. Schon Dioskurides und Plinius widmeten dem Wacholder ausführliche Abhandlungen und wussten, dass die gerne als Beeren bezeichneten Früchte zusammenziehend, erwärmend und insgesamt gut auf Magen und Verdauung wirken. Wacholderbeeren regen auch den Appetit an und sind gute Begleiter zu vielen Speisen.

Bei uns kommen traditionell die getrockneten Früchte des Gemeinen Wacholders als Beigaben zu bestimmten Speisen und Getränken zum Einsatz. Wacholderfrüchte schmecken sowohl scharf als auch leicht harzig, bitter und auch etwas süß. Besonders köstlich sind übrigens die rötlich-braunen Beeren des Stechwacholders, den wir im mediterranen Raum finden.

Wacholderbeeren werden Saucen von Wildgerichten, Fischsud, Sauerkraut, eingelegtem Gemüse oder deftigen Suppen beigefügt und auch als Glühweingewürz und zum Räuchern von Fisch oder Fleisch verwendet. Vor allem beim Räuchern von Lebensmitteln und bei eingelegtem Gemüse machen wir uns nicht nur den aromatischen Geschmack, sondern auch die desinfizierende Wirkung der Wacholderfrüchte zunutze. Diese verlängert die Haltbarkeit von Lebensmitteln und war schon unseren Vorfahren in der Steinzeit bekannt.
Die meisten von uns wissen auch, dass Wacholderbeeren wichtige Bestandteile von Gin und Genever sind.

Wir könnten Wacholderbeeren mit ihrem einzigartigen, intensiven Aroma allerdings weit häufiger und kreativer in unseren Speiseplan einbauen. Sie sind weniger scharf als gedacht – ihr solltet am besten einmal eine Frucht zum Test gut kauen! Ein herrliches, angenehmes Geschmackserlebnis ist die Belohnung.
Aus den Früchten können wir köstliche Sirupe und Liköre oder auch Gewürzmischungen mit Zucker, Salz oder Kräutern herstellen. Auch haben wir festgestellt, dass sie in geringen Mengen Heiße Schokolade und Kaffee veredeln können.
In Kombination mit Gewürzen passen Wacholderbeeren unserer Ansicht nach besonders gut zu Kardamom, Zimt, Muskatnuss und Thymian. Mit Früchten kombiniert sind Zitrusfrüchte sowie Äpfel, Birnen und Zwetschken hervorragende Begleiter. Das Aroma von getrockneten Beeren ist übrigens intensiver als das von frischen.

Wir haben die Beeren mit Zucker fein gemahlen und damit anschließend feine Gewürzplätzchen gebacken. Sie sind wunderbare Begleiter zu Kaffee, Tee oder Heißer Schokolade – vielleicht ebenfalls mit gemahlenem Wacholder gewürzt.
Hier geht’s zum Rezept:

Zutaten:

– 3 Eiklar
– 140 g Kristallzucker
– 150 g Mandeln, fein gerieben
– 2 Teelöffel Wacholderbeeren
– 1 Msp. frisch geriebene Bio-Orangenschale
– 1 Teelöffel Vanillezucker
– 20 g Weizenmehl (Universal)

Zunächst werden die Wacholderbeeren gemeinsam mit 30 g der Zuckermenge fein püriert – am besten mit dem Pürierstab oder einer Kaffeemühle.
Anschließend werden die Eiklare zu festem Schnee geschlagen und dann der Rest des Zuckers (110 g) nach und nach unter weiterem Rühren beigefügt, bis der Schnee fest und glänzend ist.
Zuletzt werden löffelweise die geriebenen Mandeln, Orangenschale, Vaniellezucker, Mehl und gemahlene Wacholderbeeren untergehoben.
Aus der schaumigen Masse werden mit einem Kaffeelöffel kleine Plätzchen ausgestochen und auf ein Backblech gesetzt. Zwischen den einzelnen Plätzchen sollte immer ein Abstand von ca. 3 cm bleiben, da die Plätzchen ein bisschen größer werden können. Die Menge reicht für zwei Backbleche aus.

Die kleinen Kekse werden bei 170°C im vorgeheizten Backrohr bei Ober/Unterhitze für etwa 12 Minuten gebacken.
Sie sind von Beginn an weich und sehr aromatisch und können entweder mit Orangenmarmelade zusammengeklebt oder auch einfach so gegessen werden.

Botanisches und Heilkundliches über den Wacholder findet ihr hier: DER GEMEINE WACHOLDER

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